Notizen Adorno

                                                                                                   

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"Das Ganze ist das Unwahre"

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”Das summarische Urteil, sie habe die Welt bloß interpretiert, sei durch Resignation vor der Realität verkrüppelt auch in sich,
wird zum Defaitismus der Vernunft, nachdem die Veränderung der Welt mißlang...”

 

 

 

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Asyl für Obdachlose.  >>>

Das Wahre ist das Ganze  >

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Theodor Adorno

Hier hat Adorno ganz recht, insofern das Ganze als Gesellschaft verstanden wird.
Unmittelbar natürlich und geschichtslos erscheint Gesellschaft als das Ganze und ist unvermittelt unbegriffen und insofern unwahr.
Dieses Ganze ist das notwendigerweise falsche (heute) bürgerliche Bewusstsein.
Dieses falsche Bewusstsein manifestiert sich im allgegenwärtigen Götzen der wertvermittelten Verhältnisse, dem Geld-Fetisch.
Geld als Kapital scheint sich unmittelbar selbst zu produzieren: Das automatische Subjekt. (Im Bedarfsfall: “Staat”)
Damit ist aber die Freiheit des Geistes nicht widerlegt, genauso wenig wie die autopoietische Kraft der Natur.
Hegels absoluter Geist der Wahrheit in Freiheit ist keine identitäre Konstruktion, - nicht nur unmittelbare Erscheinung, Vorstellung oder einseitiges Verständnis.
In seiner Polemik gegen Hegel irrt Adorno.
Ist er in dieser Hinsicht nicht der letzte Bürger auch im Sinne des ödipalen Vatermordes?

Manfred Herok 2007

Das Wahre ist das Ganze  >

D.h.: Es kommt jetzt nicht darauf an die Welt zu “verändern”, (und dadurch dem Markt neue Impulse zu geben), sondern wir müssen die Welt neu interpretieren, wenn wir nicht Marx (der Philosoph auf den Adorno hier anspielt) als “toten Hund” behandeln wollen.
Das ist das Problem mit Adorno: Wenn wir ihn verstehen wollen, dann dürfen wir ihn nicht (nur) als originellen Mystiker verhandeln, sondern wir müssen ihn auch als “orthodoxen” Marxisten wahrnehmen. (und umgekehrt)
Die Mutlosigkeit (den Defaitismus) der Vernunft überwinden wir vernünftig nur, wenn wir ihr treu bleiben.
[- wem oder was?- der Vernunft!- oder sollte es etwa die Mutlosigkeit selbst sein, die in ihrem Extrem in Vernunft umschlüge und sich ganz nebenbei als (unmittelbare) Wirklichkeit der Vernunft entpuppte?...]
Marx aber verstehen wir nicht ohne dessen Lehrer, nämlich Hegel.
“..., so ist die gründlichere, tiefere Teilnahme einsamer mit sich und stiller nach außen; die Eitelkeit und Oberflächlichkeit ist schnell fertig und treibt sich zum baldigen Dreinsprechen; der Ernst aber um eine in sich große und nur durch die lange und schwere Arbeit vollendeter Entwicklung sich genügende Sache versenkt sich lange in stiller Beschäftigung in dieselbe....” (erweitert > <http://www.abcphil.de/html/zitate_hegel.html>)

Manfred Herok 2006 


 

Die Erkenntnis des Geistes ist die konkreteste,
darum höchste und schwerste.
Erkenne dich selbst, dies absolute Gebot hat weder an sich noch da,
wo es geschichtlich als ausgesprochen vorkommt, die Bedeutung nur einer Selbsterkenntnis nach den partikulären Fähigkeiten,
Charakter, Neigungen und Schwächen des Individuums,
sondern die Bedeutung der Erkenntnis des Wahrhaften des Menschen wie des Wahrhaften an und für sich,
- des Wesens selbst als Geistes.
Ebensowenig hat die Philosophie des Geistes die Bedeutung der sogenannten Menschenkenntnis, welche von anderen Menschen gleichfalls die Besonderheiten, Leidenschaften, Schwächen,
diese sogenannten Falten des menschlichen Herzens zu erforschen bemüht ist, - eine Kenntnis, die teils nur unter Voraussetzung der Erkenntnis des Allgemeinen, des Menschen und damit wesentlich des Geistes Sinn hat, teils sich mit den zufälligen, unbedeutenden,
unwahren Existenzen des Geistigen beschäftigt,
aber zum Substantiellen, dem Geiste selbst, nicht dringt.   >>>


Die Idee ist der adäquate Begriff, das objektive Wahre,
oder das Wahre als solches.
Wenn irgend Etwas Wahrheit hat, hat es sie durch seine Idee, oder Etwas hat nur Wahrheit, insofern es Idee ist.             >>>