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manfred herok©2000-10

Aristoteles

  < >

Der griechische Philosoph
wurde 384 v. Chr. in Stagira geboren und starb 322 v. Chr. in Chalkis.
              Er zählt zusammen mit seinem Lehrer Platon zu den berühmtesten Philosophen der Antike.
Der Einfluss seiner Lehren ist bis heute allgegenwärtig, so dass nicht wenige in ihm den wichtigsten Philosophen des Abendlandes sehen.

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen...”

 

Der griechische Philosoph, Logiker und Naturforscher Aristoteles wurde im makedonischen Stagira geboren. Daher wird Aristoteles auch der Stagirite genannt.

Aristoteles ging 367 nach Athen, um an Platons Akademie zu studieren.

In den 20 Jahren, die er dort blieb, entwickelte er eigene philosophische Auffassungen, die von denen des Lehrmeisters immer weiter abwichen. Obwohl Platon Aristoteles mit großer Achtung begegnete, überließ er 347 die Leitung der Akademie seinem Neffen Speusippos.

Aufgrund beträchtlicher Differenzen mit Speusippos über das richtige Philosophieverständnis verließ Aristoteles die Akademie und ließ sich in Assos und später in Mytilene nieder.

342 rief Philipp von Makedonien Aristoteles an seinen Hof, damit dieser die Erziehung des Sohnes Alexander, des späteren Alexander des Großen, übernimmt.

Acht Jahre lang war Aristoteles in Makedonien tätig. Als Alexander den Thron bestiegen hatte, kehrte er nach Athen zurück und gründete dort 335 seine eigene Schule, das Lykeion.

Aristoteles hielt Vorlesungen, betrieb Forschungen auf diversen Gebieten und arbeitete an zahlreichen Manuskripten über Themen der Naturwissenschaft, Psychologie, Metaphysik, Ethik, Dichtkunst und Rhetorik.

Nach Alexanders Tod im Jahre 323 erhoben sich die Athener gegen die makedonische Herrschaft. Aristoteles war in Gefahr, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt zu werden. So floh er nach Chalkis auf Euböa. Dort starb Aristoteles einige Monate später im Alter von 62 Jahren.

 Die Ansichten des Aristoteles zur Logik sind von starkem Interesse für die heutige Logik.  (Kant)

Wissenschaft im weitesten Sinn wird von Aristoteles in theoretische und praktische eingeteilt. Theoretische Wissenschaften untersuchen "das, was nicht anders sein kann", und fragen schlicht nach der Wahrheit. Sie zerfallen in drei Disziplinen mit je eigenem Thema:
Die Physik studiert Gegenstände mit selbständiger Existenz und der Tendenz zur Veränderung.
Die Mathematik studiert das, was unveränderlich, aber ohne selbständige Existenz ist.
Die Erste Philosophie (griech.: prote philosophia, von Aristoteles' Nachfolgern Metaphysik genannt) handelt vom selbständig Existierenden, das zugleich unveränderlich ist.

Die praktischen Wissenschaften beschäftigen sich mit dem, "was anders sein kann".
Sie zielen letztlich darauf ab, Anleitungen zum Handeln zu geben.
Ihre wichtigsten Gebiete sind Ethik und Politik.

Sein Werk Über die Seele beschäftigt sich mit den allgemeinen Grundzügen des Lebens ebenso wie mit der Frage der Sterblichkeit bzw. Unsterblichkeit der Vernunft.

Bei dem mit Physik betitelten Werk handelt es sich um eine überwiegend naturphilosophische Abhandlung, die die Begriffe Werden, Veränderung,
Ort, Zeit, Raum, Endlichkeit, Unendlichkeit u. a. m. erläutert.

Aristoteles geht davon aus, dass eine Anzahl natürlicher Dinge existiert,
die sich bewegen und über die man in der Alltagssprache reden kann.
Der Philosophie soll an die Alltagssprache anknüpfen und einen Begriffsapparat entwickeln, um die Dinge und ihre Bewegungen angemessen beschreiben zu können; ebenso soll er die Voraussetzungen für die Möglichkeit einer solchen Bewegung untersuchen.
Dagegen ist es nicht Aufgabe des Philosophie, die Existenz der Welt oder der Bewegung von abstrakten (göttlichen) Prinzipien aus zu erklären oder zu beweisen;  die Existenz von Welt und Bewegung ist von vornherein als unproblematisch vorausgesetzt.

Bezeichnend für das später Metaphysik genannte Werk ist, dass es im Gegensatz zur Naturphilosophie der elementaren Periode nicht die Natur in ihrer Ganzheit zu erklären sucht; statt dessen will es eine Theorie der veränderlichen Einzeldinge entwickeln.

Vom alltäglichen Sprechen ausgehend, nimmt Aristoteles an, dass jedes Werden etwas Zugrundeliegendes voraussetzt (griech. hypokeimenon; lat. substratum), etwas, das im Lauf des Prozesses eine bestimmte Gestalt annimmt (griech. morphe).

Von hier aus gelangt Aristoteles. zur Unterscheidung zwischen Stoff (griech. hyle; lat. materia) und Form (griech. eidos; lat. forma).

Form und Stoff können als zwei Aspekte eines Dings voneinander unterschieden, aber nicht voneinander getrennt werden. Die Form ist nämlich immer das Innewohnende.
Eine Form existiert nur als die Form dieses oder jenes Einzeldings.

An diesem Punkt steht Aristoteles im Widerspruch zu Platon, sofern er die Annahme einer selbständig existierenden - transzendenten im Gegensatz zur immanenten - Form (eidos) leugnet.
Es gibt eine Ausnahme, einen Fall, in dem eine Form existiert, ohne zugleich Stoff zu sein.
Diese Form ohne Stoff ist Gott.

Wenn von einem konkreten Einzelding die Rede ist, wird der Begriff Stoff nur in relativem Sinn benutzt.

Die Prozeßhaftigkeit wird in der Unterscheidung zwischen Möglichkeit (griech. dynamis; lat. potentia) und Verwirklichung (griech. energeia; lat. actus) vertieft, eine Unterscheidung, die mit der zwischen Stoff und Form eng zusammengehört.

Für die Erklärung eines konkreten Prozesses reicht es nicht aus, auf eine Ursache hinzuweisen, die bewirkt hat, dass der Prozeß in Gang kam. Neben der Wirkursache muß der Stoff berücksichtigt werden, der es ermöglicht hat, dass die Form einen bestimmten Zweck erreichen konnte.
Es sind vier Ursachen zu berücksichtigen:
 die Wirkursache, die Stoffursache, die Formursache und die Zweckursache.

Der entscheidende Unterschied zwischen der Psyche des Menschen und der aller anderen lebenden Wesen besteht in der Fähigkeit des Menschen, vernünftig zu denken.
Der Mensch ist das vernünftige Tier, behauptet Aristoteles und diese Bestimmung öffnet den Zugang zur Ethik, der Wissenschaft von dem, was anders sein kann.

 

wikipedia/Aristoteles

Das Nähere sind nun die zwei Hauptformen, welche er bestimmt:
α) als die der Möglichkeit (δύναμις, potentia) und β) der Wirklichkeit (ενέ
?γεια, actus), noch bestimmter der Entelechie (εντελέχεια), welches in sich Zweck und Realisierung des Zwecks ist. Dies sind Bestimmungen, die allenthalben bei Aristoteles vorkommen (IX, 1-7; etc.) und die man kennen muß, um ihn zu fassen.
Der Hauptbegriff der Substanz ist, daß sie nicht nur Materie ist (VII, 3). Alles Seiende enthält Materie, alle Veränderung erfordert ein Substrat (υπο?είμενον), an dem sie vorgeht. Die Materie selbst aber ist nur die Potenz, eine Möglichkeit, sie ist nur δυνάμει, - nicht die Wirklichkeit, dies ist die Form; daß sie wahrhaft sei, dazu gehört Form, Tätigkeit (VIII, 1-2).
Δύναμις heißt gar nicht Kraft bei Aristoteles (Kraft ist vielmehr unvollkommene Gestalt der Form), sondern mehr Möglichkeit, Vermögen, nicht die unbestimmte Möglichkeit; ενέγεια aber ist die reine Wirksamkeit aus sich selbst.
Durch das ganze Mittelalter waren diese Bestimmungen wichtig. Δύναμις ist Anlage, das Ansich, das Objektive bei Aristoteles; dann das abstrakt Allgemeine überhaupt, die Idee, sie ist nur potentia.
Erst die Energie, die Form ist die Tätigkeit, das Verwirklichende, die sich auf sich beziehende Negativität. Wenn wir dagegen sagen "das Wesen", so ist damit noch nicht Tätigkeit gesetzt; Wesen ist nur an sich, ist nur Möglichkeit, ist ohne unendliche Form. Die Materie ist nur das, was an sich ist; denn wenn sie alle Formen annehmen kann, so ist sie eben nicht selbst das formierende Prinzip.
Dabei hat die wesentlich absolute Substanz Möglichkeit und Wirklichkeit, Form und Materie nicht voneinander getrennt. Die Materie ist nur eine Möglichkeit, die Form gibt ihr die Wirklichkeit; aber so ist Form nicht ohne Materie oder die Möglichkeit, - die Materie ist gewöhnlich im gemeinen Leben das Substantielle. Energie ist konkreter Subjektivität, Möglichkeit das Objektive; das wahrhaft Objektive hat allerdings auch Tätigkeit in sich, wie das wahrhaft Subjektive auch δύναμις.”

(Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... /1. Metaphysik)

“Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich”

[Aristoteles bei Marx >]

“Das Genie des Aristoteles glänzt grade darin, daß er im Wertausdruck der Waren ein Gleichheitsverhältnis entdeckt.”

Axiome der Logik >>>


Aristoteles Metaphysik XII 7

 "Das Denken an sich aber geht auf das an sich Beste,
das höchste Denken auf das Höchste.
Sich selbst denkt die Vernunft in Ergreifung des Denkbaren;
denn denkbar wird sie selbst, den Gegenstand berührend und denkend,
so daß Vernunft und Gedachtes dasselbe ist.
Denn die Vernunft ist das aufnehmende Vermögen für das Denkbare und die Wesenheit.
Sie ist in wirklicher Tätigkeit, indem sie das Gedachte hat.
Also ist jenes, das Gedachte, in noch vollerem Sinne göttlich,
als das,
was die Vernunft Göttliches zu enthalten scheint,
und die Spekulation ist das Angenehmste und Beste.
Wenn nun so wohl,
wie uns zuweilen, der Gottheit immer ist,
so ist sie bewundernswert,
wenn aber noch wohler, dann noch bewundernswerter.
So verhält es sich aber mit ihr.
Und Leben wohnt in ihr;
denn der Vernunft wirkliche Tätigkeit ist Leben,
die Gottheit aber ist die Tätigkeit;
ihre Tätigkeit an sich ist ihr bestes und ewiges Leben.
Die Gottheit, sagen wir, ist das ewige, beste lebendige Wesen,
also Leben und stetige, ewige Fortdauer wohnet in der Gottheit;
denn sie ist Leben und Ewigkeit."
(Übers. H. Bonitz)

Der gemeine Verstand  läßt ein andermal auch ...das Gegenteil gelten und behauptet es selbst;
oder weiß auch nicht, dass er unmittelbar das Gegenteil von dem sagt, was er meint,
sein Ausdruck nur ein Ausdruck des Widerspruchs ist. In seinen Handlungen überhaupt...
bricht er diese seine Maximen, seine Grundsätze;
und wenn er ein vernünftiges Leben führt, so ist es eigentlich nur eine beständige Inkonsequenz...
Wer, wo es sei, nach einer
Maxime handelt, heißt ein Pedant und verdirbt sich und anderen die Sache...
Der gemeine Verstand ist in seinem Handeln also besser, als er denkt.... im Handeln widerlegt er selbst die Borniertheit seines Verstandes."


(Hegel, Geschichte der Philosophie I.)

 

Zitate Aristoteles  >>>

"Denn vielfach ist die Natur der Menschen abhängig (δούλη [Sklavin/Magd])"   >>>

HEGEL: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... / 1. Metaphysik

B. Philosophie des Aristoteles                       >>>

“Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt.
Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.”

 

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