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manfred herok©2000-10

Jakob Böhme


* 1575 in Alt Seidenberg bei Görlitz;
† 17. November 1624 in Görlitz

war ein bekannter deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph.
Hegel nannte ihn den „ersten deutschen Philosophen“.

Das andere Extrem ist der theosophus teutonicus Böhme,
er steht gerade im Entgegengesetzten; (zu Bacon von Verulam) philosophia teutonica, - so hieß schon früher Mystizismus “            .(G.W.F Hegel)

  < >

Sein Wille muss mit Gott vereint sein, damit Gott, der Wille und der Geist des Menschen immer ein und dasselbe sind.
Denn was eins ist, kann nicht in Missklang oder Feindschaft miteinander stehen,
da es ja einen einzigen Willen besitzt.
Wo immer es hingeht, was es auch tut, bleibt es eins mit sich.

Schüler:  Aber wie soll ich (diesen nackten Grund der Seele, leer von allem Selbst) begreifen?
Meister:  Wenn Du dich daran machst, es zu begreifen, dann wird es von Dir hinwegfliegen. Wenn Du Dich aber gänzlich ihm auslieferst, dann wird es mit Dir fortdauern und es wird das Leben Deines Lebens werden und natürlich für Dich.

Du musst Deinen Willen für Gott aufgeben.
Und Du musst Dich selbst in den Staub seiner Gnade hinabwerfen …
Wenn Du das tust, wisse, dass Gott in Dir sprechen wird und Deinen aufgegebenen Willen zu Sich Selbst bringen wird, in den übernatürlichen Grund.
Und dann wirst Du hören, mein Sohn, was Gott in Dir spricht.


Die Natur ist das Negative, weil sie das Negative der Idee ist.
Jakob Böhme sagt, Gottes erste Geburt sei Luzifer,
- dieses Lichtwesen habe sich in sich hineinimaginiert und sei böse geworden;
das ist das Moment des Unterschiedes, das Anderssein, festgehalten gegen den Sohn,
der das Anderssein in der Liebe ist.
Solche Vorstellungen, die wild im orientalisierenden Geschmack vorkommen,
haben ihren Grund und ihre Bedeutung in der negativen Natur der Natur.
Die andere Form des Andersseins ist die Unmittelbarkeit, welche darin liegt,
daß das Unterschiedene abstrakt für sich besteht.
Dieses Bestehen ist aber nur momentan, kein wahrhaftes Bestehen; nur die Idee besteht ewig,
weil sie Anundfürsichsein, d. i. Insichzurückgekehrtsein ist.
Die Natur ist in der Zeit das Erste, aber das absolute Prius ist die Idee;
dieses absolute Prius ist das Letzte, der wahre Anfang, das Α ist das Ω.

(HEGEL: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse / ... / Einteilung

Begriff der Natur     § 248 )

 

Die Grundidee bei ihm ist das Streben, alles in einer absoluten Einheit zu erhalten,
- die absolute göttliche Einheit und die Vereinigung aller Gegensätze in Gott.
Sein Haupt-, ja man kann sagen, sein einziger Gedanke, der durch alles hindurchgeht,
ist, im Allgemeinen die heilige Dreifaltigkeit, - in allem die göttliche Dreieinigkeit aufzufassen,
alle Dinge als ihre Enthüllung und Darstellung; so daß sie das allgemeine Prinzip ist,
in welchem und durch welches alles ist, und zwar so,
daß alle Dinge nur diese Dreieinigkeit in sich haben, nicht als eine Dreieinigkeit der Vorstellung,
sondern als reale, - die absolute Idee. Alles wird als diese Trinität erkannt.
Alles, was ist, ist nur diese Dreiheit; diese Dreiheit  ist alles.

(Von Christi Testament der heiligen Taufe II, 1, § 4-5, S. 2653-2654 )
Die Darstellung ist bald trüber, bald lichter.
Das Weitere ist dann die Explikation der Dreieinigkeit; und die Formen, die er gebraucht,
den Unterschied, der in ihr vorkommt, zu bezeichnen, sind verschieden.
(Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... /
Zweiter Abschnitt: Periode des denkenden Verstandes.   B. Jakob Böhme)

 

 

 "Gott ist alles,
er ist Finsternis und Licht, Liebe und Zorn, Feuer und Licht;
aber er nennet sich alleine einen Gott nach dem Lichte seiner Liebe.
- Es ist ein ewiges Contrarium zwischen Finsternis und Licht:
keines ergreifet das ander und ist keines das andere und ist doch nur ein einiges Wesen,
aber mit der Qual unterschieden* auch mit dem Willen, und ist doch kein abtrennlich Wesen.
Nur ein Principium scheidet das, daß eines im andern als ein Nichts ist, und ist doch,
- aber nach dessen Eigenschaft, darinnen es ist, nicht offenbar."

(Böhme: Von wahrer Gelassenheit, Kap. 2, § 9-10, S. 1673 )

(*Qual ist Quelle, Qualität; mit der Qual ist das ausgedrückt, was absolute Negativität heißt, das sich auf sich beziehende Negative,
die absolute Affirmation darum  -   
Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... /
Zweiter Abschnitt: Periode des denkenden Verstandes.   B. Jakob Böhme
)

 

Lass es nicht zu, dass Dein Geist nicht dort eintritt oder damit erfüllt wird,
was ohne Dich ist: schau auch nicht zurück und über dich hinweg,
sondern verzichte auf Dich und freue Dich auf Christus ….

Es gibt eine bestimmte Großartigkeit des Herzens in der Liebe, die unbeschreibbar ist, weil sie die Seele groß macht, so groß, wie das ganze Werk Gottes.
Und das sollte durch Dich erfahren werden, jenseits aller Worte, wenn der Thron der Liebe in Deinem Herzen errichtet wird.

 

"Aus solcher Offenbarung der Kräfte, darinnen sich der Wille des ewigen Ein beschauet,
fließt der Verstand und die Wissenschaft des Ichts, da sich der ewige Wille im Ichts schauet"

 

"Dies Ebenbildnis ist das Mysterium magnum, als der Schöpfer aller Wesen und Kreaturen;
denn es ist der Separator in dem Ausfluß des Willens,
welcher den Willen des ewigen Ein schiedlich machet, - die Schiedlichkeit im Willen,
daraus Kräfte und Eigenschaften urständen."
 

Dieser Separator ist "zum Amtmann der Natur geordnet,
mit welchem der ewige Wille alle Dinge regieret, machet, formet und bildet".

(
Von göttlicher Beschaulichkeit, Kap. 1, § 4-5, 12, S. 1756-1758 )
 

Der Separator ist das Betätigende, sich Unterscheidende;  und er nennt ihn - dies Ichts - nun auch den Luzifer, den erstgeborenen Sohn Gottes, - den kreatürlich erstgeborenen Engel.
Aber dieser Luzifer ist abgefallen, - Christus an seine Stelle gekommen.
(
Morgenröte, Kap. 12, § 99-107, S. 149-150; Kap. 13, § 31-52, 92-104, S. 157-160, 166-168; Kap. 14, § 36, S. 178;
Von den drei Prinzipien göttlichen Wesens, Kap. 4, § 69, S. 406; Kap. 15, § 5, S. 543-544 )

Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... /
Zweiter Abschnitt: Periode des denkenden Verstandes.   B. Jakob Böhme
)

 

Boehme-Werk

Denn die Seele ist auch ein magisches Feuer,
und ihr Abbild oder ihre Form ist im Licht geschaffen ,
eines Lichts,
das aus dem magischen Feuer hervorgeht ;
und doch ist dieses Licht ein wahres Abbild aus Fleisch und Blut,
nicht aber in ihrem ursprünglichen Zustand.

Seit Ewigkeit ist Gott allein alles.
Sein Wesen gliedert sich in drei ewige Unterscheidungen.
Die erste ist das Weltfeuer,
die zweite das Weltdunkel,
und die dritte ist das Weltlicht.
Und doch gibt es nur ein Wesen, eines im anderen ;
aber das eine ist nicht das andere.

 

§ 48. Erläuterung des Entzweiungsprozesses in Gott und Natur nach Jakob Böhme       >>>

Ludwig Feuerbach
(1804-1872)                                           
Geschichte der neueren Philosophie 
          >>>

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