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Das Hauptthema in den Predigten Eckharts ist die Lehre von der Gottesgeburt in der Seele. Das Verhältnis von Gott und Seele nennt Eckhart "univok", d. h. gleichartig (eigentlich: mit gleicher Stimme). Gott und Seele sind zwei Dinge, und doch dasselbe. Eckhart gebraucht hierzu in Predigt 82 das Bild vom Feuer, das das Holz "sich selbst, dem Feuer, mehr und mehr gleich" macht, "bis dass das Feuer sich in das Holz gebiert und ihm seine eigene Natur und sein eigenes Sein übermittelt." Die Gottesgeburt geschieht nicht im Sinne einer mystischen Entrückung, sondern beruht auf der Ansicht, dass der Intellekt seiner Natur inne wird, wenn er den göttlichen Grund in sich freilegt. Bei Thomas von Aquin ist der Geist mit dem Körper und der Sinnlichkeit verbunden, der Mensch ist daher unvollkommenes Abbild Gottes; es gibt keine vollständige Einheit zwischen Gott und menschlichem Intellekt. In der scholastischen Tradition des Anselm von Canterbury folgert Thomas daraus, dass nur eine außergeistige Kraft, die Gnadengabe Gottes, fähig ist, der Unvollkommenheit des Menschen abzuhelfen.
Ganz anders hingegen Eckhart: Nach seiner Auffassung bildet sich Gott im Intellekt vollständig ab, weil Gott in einem permanenten Schöpfungsakt (s.o.) ohne Unterlass seinen Sohn im Menschen gebiert. Die zentrale Frage Anselms von Canterbury: “Cur Deus homo?” (Warum wurde Gott Mensch?) beantwortet Eckhart so:
"Darum, dass ich als derselbe Gott geboren werde”
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