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Für Hegel ist der Widerspruch der bürgerlichen Gesellschaft der zwischen arm und reich; und zwar so, dass Überproduktion (“Über”-Reichtum) eine fatale neue Art der Armut erzeugt. Nämlich genau so, wie K.Marx es dann unbefangen ausspricht: Wir haben es nicht mehr mit der Armut von Bauern, nicht mit der Ausbeutung von Sklaven oder der Armut weniger-talentierter oder Ungebildeter oder sonstwie Behinderter oder von ungünstigen Zufällen heimgesuchter etc, zu tun, sondern mit einem Grundwiderspruch der industriellen Produktion in der Bürgerlichen Gesellschaft. ( Kommunistisches Manifest >>>)
-“Das ist uns alles längst bekannt. Möchten Sie eine Alternative vorschlagen? Plädieren Sie für die Planwirtschaft?” Schlimmer: Wenn ich hier die Position der Erkenntnis Hegels erinnere, dann fällt auf, dass sich Hegel auf die Kolonisation bezieht, um die reale Dynamik der marktförmigen Produktionsweise darzustellen. “Schlimmer” heisst dann: schlimmer als Marx. Denn es ist Lenin, der ähnlich vorgeht und die Realität des modernen Kapitalismus von den neu erschlossenen Quellen des Imperialismus des Marktes her erklärt. Lenin betriebt eine Kritik der politischen Ökonomie, die sich bemühte Realitäten auf den Begriff zu bringen, die er z.B. “Arbeiteraristokratie”*) nannte. Nicht nur Marx, sondern auch Lenin sind fleissige Schüler Hegels, die dessen Logik tatsächlich studiert haben. Diese Tatsache nun eignet sich als vorzügliches Argument gegen Hegel, falls noch Bedarf besteht. Deshalb plädiere ich zuerst dafür, den Boten nicht zum Verantwortlichen der schlechten Nachricht zu machen. Wozu eine Alternative vorschlagen, wenn es heute darum geht die Chancen der Globalisierung zu nutzen? - “Erklären Sie dem Exportweltmeister nicht, in welchen Grenzen sich seine ausgezeichneten Fähigkeiten seines Fleisses und seiner erfolgreichen Tugenden logisch bewegen... “ Oder: diffamieren Sie nicht diesen erfolgreichen Bürgerfleiss... Eigenartig bleibt in der Tat nur der eigenartige Selbstzweifel des Bürgertums. Alles läuft vorzüglich. Insbesondere der Ausweg der Kolonisierung hat sich nach dem Zusammenbuch des real-existierenden Kommunismus real aufgetan. Es ist den Kapitalismuskritikern bei weitem nicht klar, wie erfolgreich die Globalisierung sich auswirkt. Es ist zum Beispiel die berühmte “Arbeiteraristokratie”, die “Gewerkschaftsmafia”, die sich gezwungen sieht ihren Mitgliedern zu verschweigen, dass nun endlich echte Fortschritte für “Billiglohnländer” realisiert werden. Die Linke, die ab jetzt wieder stärker wird, kritisiert die Globalisierung unterhalb des bürgerlichen Bewusstseins. Will man das als “ bürgerliches Bewusstsein” kritisieren, was die Unfähigkeit betrifft sich überhaupt die gedankliche Mühe zu machen, aufzuklären was Bürgerliche Gesellschaft historisch, ökonomisch und logisch heisst, dann übertrifft “die Linke” dieses Bewusstsein an Ignoranz. Die “links-oppositionelle” Argumentation kommt über die Forderung nach gerechter Verteilung von “Kuchenstückchen” kaum hinaus. Die “revolutionäre” Alternative, die sich nun wieder auftut, ist ein Wohlstandsphänomen, das in diesem Sinne bürgerlicher ist als die Bourgeoisie. (Wieder einmal “ Arbeiterbewegung”, wie schon kritisiert von Marx anlässlich des Gothaer Programms der deutschen Sozialdemokratie >) So können wir wissen, was in diesen Angelegenheiten auf uns zukommt: der Schein einer radikalen Kritik kehrt zurück. Der Erfolg der bürgerlichen Gesellschaft kann sich wieder etwas Grösseres leisten: viele kleine Che´s... Und das Ergebnis dieser good times, die back again sind wird noch sehr viel unangenehmer sein, als bisher gewohnt und erlitten. Aber die kommenden Revolutionäre haben wahrscheinlich noch etliche schwarz/rot/goldene Jahre vor sich, bis sie sich damit auseinandersetzen müssen, dass sie gar nicht so unrecht hatten, was den Inhalt ihrer Spechblasen betraf.
*) Unter Arbeiteraristokratie wird die Elite innerhalb der Arbeiterschaft (Arbeiterklasse) in den industrialisierten Ländern Westeuropas und Nordamerikas verstanden, die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bildete. Der Begriff wurde von Karl Marx (1818-83) in seinem Werk „Das Kapital“ geprägt, er verstand darunter den „bestbezahlten Teil der Arbeiterklasse“. Bei V. I. Lenin (1870-1924) wurde die Arbeiteraristokratie zu einem Kampfbegriff im Rahmen seiner Imperialismustheorie und richtete sich vor allem gegen westeuropäische und nordamerikanische Gewerkschafts- und Parteiführer. (wikipedia >>>)
(Manfred Herok©04.04.2008 )
Überproduktion / Marx >>>
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