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Husserl ist der Begründer der Phänomenologie, einer als "strenge Wissenschaft" auftretenden Philosophie, die ihn zu einem der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts machte.
Er forderte die Philosophen auf, sich der vorschnellen Weltdeutung zu enthalten und bei der analytischen Betrachtung der Dinge an das zu halten, was dem Bewusstsein unmittelbar erscheint.
Dabei brach er mit dem um 1900 noch vorherrschenden Psychologismus, der die Gesetze der Logik als Ausdruck der psychischen Gegebenheiten sah, die eine Objektivität unmöglich machten.
Er glänzte weniger als akademischer Lehrer, sondern philosophierte in ungewöhnlich hohem Maße schreibend, ca. 40.000 Seiten, die mit seinen Analysen gefüllt sind, werden seit 1950 nach und nach als "Husserliana" aus seinem Nachlass herausgegeben.
Den größten Einfluss übte er auf die Existenzphilosophen Martin Heidegger, Maurice Merleau-Ponty und Jean-Paul Sartre aus. Für die Soziologie machte v.a. Alfred Schütz den Husserlschen Ansatz fruchtbar.
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