t_lab

Phil-Splitter .   Philosophen-Hegel  .   Hegel -  Religion   .   Hegel - Ästhetik  .   Kunst&Wahn   .   H.Q.-Texte   .   Herok info 

manfred herok    2012

  < >

a_Round_Rectangle

Texte

Notizen

Kunst&Wahn

Hegel - Ästhetik

Weisheit

Info

Philosophen-Hegel

Hegel -  Religion

Impressum

Philosophen-Links:

Anaxagoras

Anaximander

Anselm von Canterbury

Aristoteles

Böhme, Jakob

Bruno, Giordano

Cicero

Demokrit

Descartes

Duns Scotus

Eckhart von  Hochheim

Epikur

Fichte, Johann Gottlieb

Gotama

Hegel, G.W.F.

Heraklit

Hobbes, Thomas

Hölderlin

Jacobi

Kant, Immanuel

Konfuzius

Laotse

Leibniz, Gottfried Wilhelm

Locke, John

Montaigne

Newton

Parmenides

Pascal, Blaise

Philon

Platon

Plotin

Proklos

Pythagoras

Schelling

Sokrates

Spinoza

Thales

Thomas von Aquin

Xenophanes

Zenon

> mehr

 Zitate >1:
 Es ist selten, dass ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt. “Das 'Hol' ihn der Teufel', das sich so hĂ€ufig in scherzendem Unterton ĂŒber unsere Lippen drĂ€ngt, in unserem Unbewußten ist es ein ernsthafter, kraftvoller Todeswunsch.”Kant-Hegel-Marx-Adorno #“Die Anatomie des Menschen ist ein SchlĂŒssel zur Anatomie des Affen.”Kant-Hegel-Marx-Adorno #“Die Anatomie des Menschen ist ein SchlĂŒssel zur Anatomie des Affen.”Kant-Hegel-Marx-Adorno #“Die Anatomie des Menschen ist ein SchlĂŒssel zur Anatomie des Affen.”Kant-Hegel-Marx-Adorno #“Die Anatomie des Menschen ist ein SchlĂŒssel zur Anatomie des Affen.”Kant-Hegel-Marx-Adorno #“Die Anatomie des Menschen ist ein SchlĂŒssel zur Anatomie des Affen.”

Bibel-Hegel
1/2/3/4/5/6/7

Friedrich Wilhelm Joseph

Schelling

-

Abhandlung ĂŒber die

Quelle der ewigen Wahrheiten

Gelesen in der Gesamtsitzung der

Akademie der Wissenschaften zu Berlin

am 17. Januar 1850

 

Gegenstand der Untersuchung

Die Frage, ĂŒber welche ich heute zu sprechen beabsichtige, hat schon die Philosophie des Mittelalters beschĂ€ftigt, wie sie rĂŒckwĂ€rts zusammenhĂ€ngt mit den grĂ¶ĂŸten Untersuchungen des philosophierenden Altertums. Wieder aufgenommen von Descartes und von Leibniz, ist sie durch die neue von Kant eingeleitete, aller Unterbrechungen und augenblicklichen VerfĂ€lschungen ungeachtet, von ihrem wahren Ziel noch nicht abgebrachte philosophische Bewegung ebenfalls in ein neues Stadium getreten und vielleicht der Entscheidung nĂ€her gebracht worden. Die Frage, die ich meine, bezieht sich auf die sogenannten ewigen oder notwendigen Wahrheiten, insbesondere auf die Quelle derselben; doch war dies der einfachste Ausdruck; im vollstĂ€ndigeren handelte es sich de origine essentiarum, idearum, possibilium, veritatum aeternarum; dies alles wurde als dasselbe betrachtet.
Denn 1. was die Wesenheiten betrifft, so galt es als unwidersprochener Grundsatz: essentias rerum esse aeternas. ZufÀlligkeit (contingentia) bezieht sich stets nur auf die Existenz der Dinge, zufÀllig ist die hier, an diesem Ort, oder jetzt, in diesem Augenblick, existierende Pflanze, notwendig aber und ewig ist die Wesenheit der Pflanze, nicht anders sein könnend, sondern nur so oder gar nicht. Hieraus erhellt von selbst, dass die essentiae rerum auch dasselbe sind mit den mehr oder weniger platonisch gedachten Ideen. Da ferner bei der Wesenheit die Wirklichkeit nicht in Betracht kommt, indem die Wesenheit dieselbe bleibt, die Sache mag wirklich vorhanden sein oder nicht, wie sich die Wesenheit eines Kreises nicht im Geringsten dadurch Àndert, dass ich einen Zirkel wirklich beschreibe: so ist hieraus begreiflich, dass das Reich der Wesenheit auch das Reich der Möglichkeiten, und was nur so möglich, notwendig so ist.
Dies fĂŒhrt von selbst auf den vierten Ausdruck der notwendigen oder ewigen Wahrheiten. Gewöhnlich wird dies nur auf die mathematischen bezogen. Aber der Begriff ist viel weiter.
Denken wir uns, wie Kant, die höchste Vernunftidee als Inbegriff aller Möglichkeiten, so wird es auch eine Wissenschaft geben, die diese Möglichkeit unterscheidet und erkennbar macht, indem sie denktĂ€tig dieselben aus der PotentialitĂ€t heraustreten und in Gedanken wirklich werden lĂ€ĂŸt, wie die Mathematik tut, wenn sie das was in einer Figur, z.B. dem rechtwinkligen Dreieck, bloß potentiĂą (dem Vermögen nach) ist, wie das VerhĂ€ltnis der Hypotenuse zu den Katheten, wenn sie, sage ich, dieses findet, indem die DenktĂ€tigkeit (ho nous energĂȘsas) es zum Aktus erhebt. Phaneron, sagt Aristoteles, hoti ta dynamei onta eis energeian anagomena heurisketai (Offenbar ist, dass das bloß der Potenz nach seiende durch ÜberfĂŒhrung in Aktus gefunden wird).
Dies ist der Weg aller reinen oder bloßen Vernunftwissenschaft.
In der höchsten Vernunftidee wird nun unstreitig auch die Pflanze prÀdeterminiert, und es wird nicht absolut unmöglich sein, von den ersten Möglichkeiten aus, die sich noch als Prinzipe darstellen, zu der schon vielfach bedingten und zusammengesetzten Möglichkeit der Pflanze fortzuschreiten.
Es wird, sage ich, nicht absolut unmöglich sein.
Denn es handelt sich hier ĂŒberhaupt nicht um das uns, sondern um das an sich Mögliche; das uns Mögliche ist ĂŒberall von vielen sehr zufĂ€lligen Bedingungen abhĂ€ngig; fĂŒr solche Ableitungen ist uns die Beihilfe der Erfahrung unentbehrlich (ein höherer Geist könnte sie vielleicht entbehren): die Erfahrung ist eine immer fortschreitende, nie abgeschlossene, und auch das Maß der Anwendung unserer an sich beschrĂ€nkten geistigen FakultĂ€ten gar sehr von ZufĂ€llen bedingt. Angenommen nun aber, was im Allgemeinen als möglich anzunehmen ist und nie aufgegeben werden darf, dass von der höchsten Vernunftidee bis zur Pflanze als notwendigem Moment derselben ein stetiger Fortschritt zu finden sei: so ist die Pflanze in diesem Zusammenhang nichts ZufĂ€lliges mehr, sondern selbst eine ewige Wahrheit, und ich will nicht aussprechen, wie man ĂŒber den — Naturforscher urteilen mĂŒĂŸte, dem dies gleichgĂŒltig wĂ€re und — dessen Forschungen nicht von dem bestĂ€ndigen Bewußtsein begleitet wĂ€ren, dass er, womit immer beschĂ€ftigt, nicht mit einer bloß zufĂ€lligen und fĂŒr die Vernunft nichts werten Sache, sondern mit einer solchen zu tun habe, die in dem großen, wenn auch ihm unĂŒbersehbaren Zusammenhang eine notwendige Stelle und damit eine ewige Wahrheit hat.

Nachdem ich auf diese Weise die Ausdehnung des Gegenstandes der Frage gezeigt zu haben glaube, komme ich auf den Anlaß, und werde zunĂ€chst anfĂŒhren, wodurch die Scholastiker bestimmt worden, sich nach der Quelle der ewigen Wahrheiten umzusehen.

schellinFriedrich Wilhelm Joseph Schelling

  < >

Loading

 

Interne Suche ABCphilDE/

Website via Yahoo durchsuchen.

 

Phil-Splitter

Phil-Splitter .   Philosophen-Hegel  .   Hegel -  Religion   .   Hegel - Ästhetik  .   Kunst&Wahn   .   H.Q.-Texte   .   Herok info 

[Home] [Quelle der ewigen Wahrheiten II]

manfred herok  2012

[Impressum]

Zum Gästebuch