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manfred herok©2000-10

“Man kann folglich genau den Augenblick angeben,
 in dem »Hegel zu Hegel wurde«:

“Erst als er der ästhetisch-griechischen Vision der
organischen gesellschaftlichen Totalität der Sittlichkeit abschwor.
(die ihren ausgeprägtesten Ausdruck in seinem posthum veröffent-
lichten System der Sittlichkeit aus den Jahren 1802/1803 erfuhr,
einem Text, der eindeutig auf das vorausweist, was später als der
»organisch-protofaschistische«, korporativ-organizistische Begriff
der Gesellschaft entwickelt wurde),
das heißt, als er sich der Tatsache
bewusst wurde, dass der einzig wahre Weg zur konkreten Allge-
meinheit für das Subjekt darin besteht, bei jeder direkten Wahl
zwischen abstrakter Negativität und einem konkreten Ganzen die
abstrakte Negativität zu wählen.
Diese theoretische Verschiebung
lässt sich am deutlichsten beim jungen Hegel und seiner oszillie-
renden Wertschätzung des Christentums ausmachen.
Hegel »wird«in dem Augenblick »zu Hegel«, als er das erschütternde »abstrakt
negative« Skandalon des Erscheinens Christi billigte, das heißt in
dem Augenblick, als er die nostalgische Hoffnung auf eine Rückkehr
zu einer neuen Version des griechischen Sittenkodex als eine Lösung
der Probleme der Moderne über Bord warf.
In diesem Sinn bleibt die » Versöhnung« beim reifen Hegel zutiefst
mehrdeutig:
Sie bezeichnet ebenso die Aussöhnung einer Spaltung
(die Heilung der Wunde im Gesellschaftskörper), wie auch die Ver-
söhnung mit dieser Spaltung als dem notwendigen Preis für die
Freiheit des Individuums. Hinsichtlich der Politik ist man daher
versucht, den verbreiteten Mythos vom jungen »revolutionären«
Hegel umzukehren, der ja dann in seinen späteren Jahren seine
subversiven Ursprünge verleugnete und zu jenem Staatsphilosophen
wurde, der die bestehende Ordnung als Verkörperung der Vernunft,
als »wirklich existierenden Gott« feierte:
Weit eher war es der junge Hegel, dessen »revolutionäres« Projekt
 -wenigstens aus heutiger Perspekive-
die faschistische »Ästhetisierung des Politischen« ankündigte,
die Etablierung einer neuen organischen Ordnung,
die die moderne Individualität abschafft.”


(Slavoj Zizek, Die Tücke des Subjekts, Suhrkamp 2001, S.132)

[Anti-Deutsche- Zizek-Kritik - G.Scheit

“... Für Zizek bilden Nationalsozialismus und Holocaust nur ein Manöver im Klassenkampf, der danach weitergehen konnte wie zuvor. Er bemerkt gar nicht, daß sich allein der psychoanalytische Begriff der Projektion (den Adorno und Horkheimer für den Antisemitismus entdeckt haben) einer solchen Funktionalisierung schlechterdings entzieht - darauf verweisend, daß die Fetischform des Kapitalverhältnisses vollkommen die Politik durchdringen kann. .”]   >>>[Bejahen, was ohnehin ist :Slavoj Zizeks Verteidigung des                                   christlichen Erbes: von Gerhard Scheit (konkret 5/2001)<<< ]

“ Der böse Zizek”                Zizek-Video

YouTube - Slavoj Žižek:   Love is evil       >>>

  < >

“Es ist der große Fortschritt unserer Zeit,
daß die Subjektivität als absolutes Moment erkannt wird;
dies ist so wesentlich Bestimmung.
Es kommt jedoch darauf an, wie man sie bestimmt.”
 
             >>>

"In Wirklichkeit scheinen wir heute an dem der Ideologie der 60er Jahre entgegengesetzten Punkt zu stehen:...”     >>>

“Die Quantenphysik
spricht hier plötzlich
die Sprache der hegelschen Dialektik...”
>>>

Ein Gespenst geht um in der
westlichen Wissenschaft. ..
...das Gespenst des cartesianischen Subjekts. Um es auszutreiben,
haben sich alle wissenschaftlich-akademischen Mächte zu einer hei-
ligen Allianz zusammengeschlossen:...”    >>>    Slavoj Zizeks Manifest   >>>

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