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"Ich weiß, daß ich existiere, ich frage aber, wer jener Ich ist, von dem ich weiß, er ist." (II, 11)
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“Wir kommen eigentlich jetzt erst zur Philosophie der neuen Welt und fangen diese mit Cartesius an.
Mit ihm treten wir eigentlich in eine selbständige Philosophie ein, welche weiß,
daß sie selbständig aus der Vernunft kommt und
daß das Selbstbewußtsein wesentliches Moment des Wahren ist.
Hier, können wir sagen, sind wir zu Hause und können wie der Schiffer nach langer Umherfahrt auf der ungestümen See "Land" rufen;
Cartesius ist einer von den Menschen, die wieder mit allem von vorn angefangen haben;
und mit ihm hebt die Bildung, das Denken der neueren Zeit an.”
(Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... / Zweiter Abschnitt: Periode des denkenden Verstandes)
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“Schon vor einer Reihe von Jahren habe ich bemerkt, wieviel Falsches ich in meiner Jugend habe gelten lassen und wie zweifelhaft alles ist, was ich hernach darauf aufgebaut
..., daß ich daher einmal im Leben alles von Grund aus umstoßen und von den ersten Grundlagen an neu beginnen müsse, wenn ich jemals für etwas Unerschütterliches und Bleibendes in den Wissenschaften festen Halt schaffen wollte.
Indessen schien mir dies ein gewaltiges Unternehmen zu sein, und ich wartete daher dasjenige reifere Alter ab dem keines mehr folgen würde, das geeigneter wäre, sich der Wissenschaften gründlich anzunehmen. Daher habe ich so lange gezögert, daß ich mich fernerhin schuldig machte, wenn ich die zur Ausführung noch übrige Zeit mit weiteren Bedenken vergeuden wollte.
So habe ich denn heute zur rechten Zeit meine Gedanken aller Sorgen entledigt, mir ungestörte Muße in einsamer Zurückgezogenheit verschafft und werde endlich ernsthaft und unbeschwert zu diesem allgemeinen Umsturz meiner Meinungen schreiten. “
(Meditationen über die Grundlagen der Philosophie)
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“Unter seinen philosophischen Schriften haben besonders diejenigen, welche die Grundlage enthalten, in ihrer Darstellung etwas sehr Populäres und Naives, was sie beim Beginne des Studiums sehr empfehlenswert macht; er geht ganz einfach und kindlich dabei zu Werke, - es ist Erzählen seiner Gedanken nacheinander.”
(Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / Erstes Kapitel: Periode der Metaphysik /A. Erste Abteilung/1. Descartes)
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"Weil wir als Kinder geboren sind und von den sinnlichen Dingen vielerlei Urteile vorher gefällt haben, ehe wir den vollkommenen Gebrauch unserer Vernunft hatten, so werden wir durch viele Vorurteile von der Kenntnis des Wahren abgestoßen. Von diesen scheinen wir uns nicht anders befreien zu können, als wenn wir einmal im Leben an dem zu zweifeln streben, worin wir nur den geringsten Verdacht einer Ungewißheit haben."
"Ja, es wird sogar nützlich sein, alles das, woran wir zweifeln, für falsch zu halten, damit wir desto klarer das finden, was das Gewisseste und Erkennbarste sei."
"Doch ist dies Zweifeln auf die Betrachtung der Wahrheit einzuschränken. Denn was den usus vitae beträfe, weil oft die Gelegenheit zum Handeln vorüberginge, ehe wir uns unsere Zweifel lösen könnten, sind wir genötigt, das Wahrscheinliche zu wählen."
"Hier aber, wo es nur um das Suchen der Wahrheit zu tun ist, so werden wir vornehmlich zweifeln, ob irgend das Sinnliche und Vorstellbare existiere: erstens weil wir finden, daß die Sinne uns oft täuschen und es der Klugheit gemäß ist, dem nicht zu vertrauen, was uns nur einmal getäuscht hat; alsdann weil wir täglich im Traume Unzähliges zu fühlen oder uns vorzustellen meinen, was niemals ist, und dem Zweifelnden keine solche Zeichen erscheinen, an denen er den Schlaf vom Wachen sicher unterscheide."
"Wir werden hiermit auch an allem andern zweifeln, selbst an den mathematischen Sätzen: teils weil wir gesehen, daß einige sich auch in dem irren, was uns für das Gewisseste gilt, und gelten lassen, was uns falsch scheint; dann weil wir gehört haben, daß ein Gott ist, der uns geschaffen, der alles kann, also vielleicht uns so geschaffen, daß wir irren sollen. - Wenn wir uns einbilden, nicht von Gott, sondern von irgend etwas anderem, aus uns selbst, zu existieren, so ist es um so wahrscheinlicher, daß wir so unvollkommen sind, zu irren."
"So viel erfahren wir aber, die Freiheit in uns zu haben, daß wir uns immer dessen enthalten können, was nicht völlig gewiß und ergründet ist."
Principia philosophiae I, § 1-6 (Œuvres III, p. 63-66); vgl. Meditationes de prima philosophia I, p. 5-8 (Œuvres I, p. 235-245); De methodo IV, p. 20 (p. 156-158)
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“Es bleibt einzig der Wille oder die Wahlfreiheit, die ich an mir so groß erfahre, daß sie es vorzüglich ist, durch die ich erkenne, daß ich ein Abbild und ein Gleichnis Gottes bin. Obwohl sie nämlich in Gott ohne Vergleich größer ist als in mir, sowohl in Hinsicht der Erkenntnis und der Macht, die mit ihr verbunden ist, und die sie selbst fester und wirksamer machen, als auch in Hinsicht des Objekts, da sie sich ja bei ihm auf mehr erstreckt, so scheint sie doch in formaler Weise und genau ihrem Begriff nach betrachtet nicht größer, da sie ja nur darin besteht, daß wir dasselbe entweder tun oder nicht tun können. - d.h. es bejahen oder verneinen, befolgen oder meiden - oder sie besteht vielmehr nur darin, daß wir zum Bejahen oder Verneinen, zum Befolgen oder Meiden dessen, was uns der Verstand zur Entscheidung vorlegt, uns so getrieben fühlen, daß wir innewerden, wir werden von keiner äußeren Gewalt dazu bestimmt.”
(Meditationen über die Grundlagen der Philosophie)
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“... (Es geht lange fort, auf dem vorigen Wege zu gehen. Der Deutsche, je knechtischer auf der einen Seite, desto zügelloser ist er auf der anderen; Beschränktheit und Maßloses, Originalität, ist der Satansengel, der uns mit Fäusten schlägt.)
In dieser neuen Periode ist das Prinzip das Denken, das von sich ausgehende Denken, - diese Innerlichkeit, die überhaupt in Rücksicht auf das Christentum aufgezeigt und die das protestantische Prinzip ist. Das allgemeine Prinzip ist jetzt, die Innerlichkeit als solche festzuhalten, die tote Äußerlichkeit, Autorität zurückzusetzen, für ungehörig anzusehen. Nach diesem Prinzip der Innerlichkeit ist nun das Denken, das Denken für sich, die reinste Spitze des Innersten, diese Innerlichkeit das, was sich für sich jetzt aufstellt; und dies Prinzip fängt mit Descartes an.”
(Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie / ... / Zweiter Abschnitt: Periode des denkenden Verstandes)
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Manfred Herok©2000-10 >>> Phil-Splitter
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