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“Spinoza ist Hauptpunkt der modernen Philosophie: entweder Spinozismus oder keine Philosophie. Spinoza hat den großen Satz: Alle Bestimmung ist eine Negation. “(Hegel)
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“Die Vernunft kann die Leidenschaften überwinden, indem sie selbst zur Leidenschaft wird.”
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»Ich lasse einen jeden nach seiner Natur leben und, wer will, mag für sein Heil sterben: wenn nur ich für die Wahrheit leben darf.«
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“Liebe ist Freude verbunden mit der Vorstellung einer äußeren Ursache.”
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"Die Substanz ist unteilbar. - α) Wenn die Teile die Natur der Substanz beibehielten, so würde es also mehrere Substanzen derselben Natur geben; was gegen die fünfte Proposition. β) Wenn nicht, so hört die unendliche Substanz auf zu sein; was ungereimt."
Ethices I, Prop. XIII
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"Gott ist die absolut freie Ursache, die durch nichts anderes determiniert ist; denn er existiert allein aus der Notwendigkeit seiner Natur. Es gibt keine Ursache, die ihn äußerlich oder innerlich, außer der Vollkommenheit seiner Natur, zum Handeln antriebe. Seine Wirksamkeit ist aus den Gesetzen seiner Natur notwendig und ewig; was aus seiner absoluten Natur, aus seinen Attributen folgt, ist ewig, wie aus der Natur des Dreiecks von Ewigkeit und in Ewigkeit folgt, daß seine drei Winkel gleich zweien rechten sind.... Seine Essenz und seine Existenz sind dasselbe, - die Wahrheit."
Ethices I, Propos. XVII, Coroll. I-II, Schol., p. 51-54; Prop. XX u. Coroll. I, p. 55-56; Prop. XXI, p. 56-57
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“Gott ist die immanente, nicht voübergehende Ursache.... Eine Sache, die zum Handeln bestimmt ist, ist, da Gott die Ursache, notwendig so von Gott dazu bestimmt; - und die so bestimmt, kann sich nicht unbestimmt machen.... In der Natur gibt es nichts Zufälliges."
Ethices I, Prop. XVIII, XXVI-XXVII, XXIX, p. 54, 59, 61
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"Die natura naturans ist Gott als freie Ursache betrachtet, insofern er in sich ist und durch sich selbst begriffen wird, - oder solche Attribute der Substanz, welche die ewige und unendliche Wesenheit (essentiam) ausdrücken. Unter natura naturata verstehe ich alles das, was aus der Notwendigkeit der göttlichen Natur oder aus jedem der Attribute Gottes folgt, alle Modi der göttlichen Attribute, insofern sie betrachtet werden als Dinge, die in Gott sind und die ohne Gott weder sein noch begriffen werden können."
Ethices I, Prop. XXIX, Schol., p. 61-62
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"...der wirkliche Verstand (intellectus actu), wie Wille, Begierde, Liebe, zu der natura naturata, nicht zur naturante. - Denn unter dem Verstand, wie für sich bekannt ist, verstehen wir nicht das absolute Denken, sondern nur eine bestimmte Weise des Denkens: einen Modus, der von anderen Modis, als der Begierde, Liebe usf., unterschieden ist und deswegen durch das absolute Denken begriffen werden muß, nämlich durch ein Attribut Gottes, das eine ewige und unendliche Wesenheit (essentiam) des Denkens ausdrückt; so daß er für sich nicht sein, noch begriffen werden kann, wie auch die übrigen Modi des Denkens"
Ethices I, Prop. XXXI, p. 62-63
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In jedem Attribute sind zwei Modi; Ruhe und Bewegung in der Ausdehnung, in dem Denken Verstand und Wille (intellectus et voluntas).
Ethices I, Prop. XXXII, Demonstr. u. Coroll. II, p. 63
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"Wille ist keine freie Ursache, sondern nur eine notwendige, nur ein Modus; also wird er determiniert von einem anderen.... Gott handelt nach keinen Endursachen (sub ratione boni). Die es behaupten, scheinen außer Gott etwas zu setzen, das von Gott nicht abhängt, auf das Gott in seinem Wirken sieht, gleichsam als einen Zweck. Wird dies so gefaßt, so ist Gott nicht freie Ursache, sondern dem Fatum unterworfen. Ebenso unstatthaft ist es, alles der Willkür, einem gleichgültigen Willen Gottes zu unterwerfen."
Ethices I, Prop. XXXII, XXXIII, Schol. II, p. 63, 67-68
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"Was ist, ist entweder in sich oder in einem Anderen."
Ethices I, Ax. I, p. 36
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"Die Meinung von der Freiheit beruht darauf, daß die Menschen die Ursachen ihrer Handlungen nicht kennen, von denen sie determiniert werden....Willensbestimmung (volitio) und Idee ist ein und dasselbe."
Ethices I, Appendix, p. 69; III, Prop. II, Schol., p. 136; II, Prop. XLIX, Coroll., p. 123
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"So z. B. der Zirkel, der in der Natur existiert, und die Idee des existierenden Zirkels, die auch in Gott ist, ist ein und dieselbe Sache, die durch verschiedene Attribute erklärt wird (explicatur). Wenn wir daher die Natur entweder unter dem Attribut der Ausdehnung oder des Denkens, oder sonst welches es sei, betrachten, so werden wir einen und denselben Zusammenhang der Ursachen, d. h. dieselbe Folge der Dinge finden. Das formale Sein der Idee des Zirkels kann begriffen werden nur durch den Modus des Denkens als die nächste Ursache, und dieser wieder durch einen anderen, usf. ins Unendliche; so daß wir die Ordnung der ganzen Natur oder den Zusammenhang der Ursachen durch das Attribut des Gedankens allein erklären müssen, - und wenn sie unter dem Attribut der Ausdehnung gedacht werden, auch nur unter dem Attribut der Ausdehnung gedacht werden müssen, und dies gilt auch von anderen Ursachen."
Ethices II, Prop. VII, Schol., p. 82-83
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"Die Essenz des Menschen besteht (essentia hominis constituitur) aus Modifikationen der Attribute Gottes.... Wenn wir also sagen, der menschliche Geist perzipiert dieses oder jenes, so heißt es nichts anderes, als daß Gott, nicht insofern er unendlich ist, sondern sofern er durch die Idee des menschlichen Geistes expliziert wird, diese oder jene Idee hat. Und wenn wir sagen, Gott hat diese oder jene Idee, nicht nur insofern er die Idee des menschlichen Geistes konstituiert, sondern insofern er zugleich mit dem menschlichen Geist die Idee eines anderen Dinges hat, dann sagen wir, daß der menschliche Geist die Sache zum Teil oder inadäquat perzipiere."
Ethices II, Prop. XI, Demonstr. u. Coroll., p. 86-87; Def. IV, p. 77-78
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"Was das wirkliche (actuale) Sein des menschlichen Geistes (mentis humanae) konstituiert, ist nichts anderes als die Idee eines einzelnen Dinges, das actu existiert"
Ethices II, Prop. XI, p. 86
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"Das Objekt der Idee, welche den menschlichen Geist ausmacht, ist der Körper oder eine besondere existierende Weise (certus modus) der Ausdehnung. - Sonst wären die Ideen von den Affektionen des Körpers nicht in Gott, insofern er unseren Geist konstituiert, sondern die Idee einer anderen Sache; so wären hiermit die Ideen der Affektionen unseres Körpers auch nicht in unserem Geiste."
Ethices II, Prop. XIII, p. 88
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"Die Ideen, es sei der Attribute Gottes oder einzelner Dinge, erkennen nicht das Vorgestellte selbst oder die Dinge für ihre wirkende Ursache, sondern Gott selbst, insofern er ein Denkendes ist."
Ethices II, Prop. V, p. 80-81
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"Wenn einige Körper derselben oder verschiedener Größe so eingeschränkt werden, daß sie einander aufliegen (invicem incumbant), oder wenn sie mit demselben oder mit verschiedenen Graden der Geschwindigkeit bewegt werden, daß sie ihre Bewegungen sich gegenseitig auf irgendeine Weise mitteilen, so sagen wir, daß jene Körper miteinander vereint sind und alle zusammen einen Körper oder Individuum ausmachen, das sich von den übrigen durch diese Union von Körpern unterscheidet."
Ethices II, Defin., p. 92
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(Dreierlei Erkenntnisweisen): "1. aus Einzelnem durch die Sinne, verstümmelt und ohne Ordnung, dann aus Zeichen, Vorstellungen, Erinnerungen, - Meinung und Imagination; 2. allgemeine Begriffe und adäquate Ideen der Eigenschaften der Dinge; 3. scientia intuitiva kommt von der adäquaten Idee des formalen Wesens einiger Attribute Gottes zur adäquaten Erkenntnis des Wesens der Dinge.... Die Natur der Vernunft ist, die Dinge nicht als zufällig, sondern als notwendige zu betrachten, sub specie aeterni. Denn die Notwendigkeit der Dinge ist die Notwendigkeit der ewigen Natur Gottes selbst.... Jede Idee eines einzelnen Dinges schließt das ewige und unendliche Wesen Gottes notwendig in sich. Denn die einzelnen Dinge sind Modi eines Attributs Gottes; also müssen sie seine ewige Essenz in sich schließen."
Ethices II, Prop. XL, Schol. II, p. 113-114; Prop. XLIV, Coroll. II, p. 117-118; Prop. XLIV, p. 119
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"Weder kann der Körper den Geist zum Denken noch der Geist den Körper zur Bewegung, noch Ruhe, noch zu etwas anderem determinieren. - Denn alle Modi des Denkens haben Gott, insofern er eine res cogitans und nicht insofern er durch ein anderes Attribut expliziert wird, zur Ursache. Was also den Geist zum Denken determiniert, ist ein Modus des Denkens und nicht der Ausdehnung. Bewegung und Ruhe des Körpers müssen von einem anderen Körper herkommen."
Ethices III, Prop. II, p. 133-134
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"Jedes Ding strebt, sein Dasein zu erhalten. Dies Streben ist die Existenz selbst; es drückt nur eine unbestimmte Zeit aus.... Dieses Bestreben, auf Geist und Körper zugleich bezogen, ist appetitus."
Ethices III, Prop. VI-VIII, p. 139-140; Prop. IX, Schol., p. 140
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"Der Affekt ist eine verworrene Idee; der Affekt ist daher um so mehr in unserer Gewalt, je genauer wir ihn kennen."
Ethices V, Prop. III,
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"Der Geist kann machen, daß er alle Affektionen des Körpers oder Vorstellungen von Dingen auf Gott zurückführt"; was ist, ist in Gott, und nichts kann ohne Gott sein oder gefaßt werden.... Insofern der Geist alle Dinge als notwendig betrachtet, eine desto größere Macht hat er über seine Affekte,... Alle Ideen, sofern sie auf Gott bezogen werden, sind wahr."
Ethices V, Prop. XIV, p. 280; I, Prop. XV, p. 46; V, Prop. VI, p. 275; II, Prop. XXXII, p. 107
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"Aus der dritten Weise des Erkennens entspringt die Ruhe des Geistes; das höchste Gut des Geistes ist, Gott zu erkennen, und dieses ist seine höchste Tugend. Unser Geist, insofern er sich und den Körper unter der Gestalt der Ewigkeit erkennt, hat insofern notwendig die Erkenntnis Gottes und weiß, daß er in Gott ist und durch Gott begriffen wird. Und aus diesem Erkennen entsteht notwendig die intellektuelle Liebe Gottes; denn es entsteht eine Freudigkeit mit der begleitenden Idee der Ursache, d. i. Gottes, - d. i. die intellektuelle Liebe Gottes .... Gott selbst liebt sich mit einer unendlichen, intellektuellen Liebe."
Ethices V, Prop. XXVII, XXX, XXXV, p. 287-292
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"Unsere Glückseligkeit und Freiheit besteht in einer beständigen und ewigen Liebe zu Gott; ...sie folgt aus der Natur des Geistes, insofern diese als ewige Wahrheit durch die Natur Gottes betrachtet wird. ...Je mehr der Mensch Gottes Wesen erkennt und Gott liebt, desto weniger leidet er von bösen Affekten und desto geringer ist seine Furcht vor dem Tode."
Ethices V, Prop. XXXVI, Schol., p. 293; Prop. XXXVII, Demonstr., p. 294; Prop. XXXVIII, Schol., p. 294-295
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"Wir wissen, was ist, in sich selbst betrachtet, ohne Rücksicht auf etwas anderes, schließt eine Vollkommenheit ein, die sich in einer Sache so weit ausdehnt, als sich die Essenz der Sache ausdehnt; denn die Essenz ist nichts anderes. ...Weil nun Gott die Sachen nicht abstrakt betrachtet, noch allgemeine Definitionen formiert und den Dingen nicht mehr Realität zukommt, als ihnen der göttliche Verstand und Macht gegeben und wirklich erteilt, so folgt offenbar, daß eine solche Privation ganz allein nur in Rücksicht (respectu) auf unseren Verstand, nicht aber in Rücksicht Gottes stattfindet"
Epistolae, XXXII, p. 541-543
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"Ich statuiere, daß Gott absolut und wahrhaft die Ursache von allem ist, was eine Essenz in sich schließt, es mag sein, was es wolle. Wenn du mir nun wirst beweisen können, daß das Böse, der Irrtum, das Laster usf. etwas sei, was eine Essenz ausdrückt, so will ich dir gänzlich zugeben, daß Gott Urheber der Laster, des Bösen, des Irrtums usf. sei. Aber ich habe sonst hinreichend gezeigt, daß die Form des Bösen nicht in etwas, was eine Essenz ausdrückt, bestehen und daher nicht gesagt werden könne, daß Gott dessen Ursache sei. Neros Muttermord, insofern er etwas Positives enthielt, war kein Verbrechen. Denn Orest hat dieselbe äußerliche Handlung getan und zugleich dieselbe Absicht, die Mutter zu töten, gehabt und wird doch nicht angeklagt... Worin besteht also des Nero Lastertat? In nichts anderem, als daß er sich undankbar, unbarmherzig und ungehorsam bewiesen. Es ist aber gewiß, daß alles dies keine Essenz ausdrücke und also Gott nicht Ursache, obgleich die Ursache der Handlung und der Absicht Neros war."
Epistolae, XXXVI, p. 581- 582
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"Ob nun gleich die Werke der Rechtschaffenen (d. h. derer, die eine klare Idee von Gott haben, auf welche sie alle ihre Handlungen und auch Gedanken richten) und der Bösen (d. i. derer, die keine Idee Gottes haben, sondern nur Ideen von irdischen Dingen, nach welchen ihre Handlungen und Gedanken gerichtet werden) und alles, was ist, aus Gottes ewigen Gesetzen und Ratschlüssen notwendig hervorgeht und fortwährend von Gott abhängt, so sind sie doch nicht dem Grade nach, sondern der Essenz nach voneinander unterschieden; wie eine Maus, ein Engel, wie Traurigkeit und Freude von Gott abhängen, so kann doch eine Maus nicht eine Art von Engel und Traurigkeit sein"
Epistolae, XXXVI, p. 582
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“Nichtig ist der Vorwurf, daß Spinozas Philosophie die Moral töte; man gewinnt ja ..” >>>
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Baruch de Spinoza: Theologisch-politischer Traktat (Ausschnitt) (1677) >>>
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Hegel - Religion >>>
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Manfred Herok©2000-10 >>> Phil-Splitter
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