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                                                                                                                                manfred herok    2013

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Meister Eckhart

Eckhart von Hochheim,
besser bekannt als Meister Eckhart
* um 1260 in Tambach (südlich von Gotha) oder in Hochheim (nordöstlich von Gotha);
† 1327/1328 in Köln oder Avignon), war einer der bedeutendsten Theologen, Mystiker und Philosophen des christlichen Mittelalters.

Das Auge, mit dem mich Gott sieht,
ist das Auge, mit dem ich ihn sehe;
mein Auge und sein Auge ist eins.

Das Hauptthema in den Predigten Eckharts ist die Lehre von der Gottesgeburt in der Seele. Das Verhältnis von Gott und Seele nennt Eckhart "univok", d. h. gleichartig (eigentlich:
mit gleicher Stimme). Gott und Seele sind zwei Dinge,
und doch dasselbe. Eckhart gebraucht hierzu in Predigt 82 das Bild vom Feuer, das das Holz "sich selbst, dem Feuer, mehr und mehr gleich" macht, "bis dass das Feuer sich in das Holz gebiert und ihm seine eigene Natur und sein eigenes Sein übermittelt."
Die Gottesgeburt geschieht nicht im Sinne einer mystischen Entrückung, sondern beruht auf der Ansicht, dass der Intellekt seiner Natur inne wird, wenn er den göttlichen Grund in sich freilegt. Bei Thomas von Aquin ist der Geist mit dem Körper und der Sinnlichkeit verbunden, der Mensch ist daher unvollkommenes Abbild Gottes; es gibt keine vollständige Einheit zwischen Gott und menschlichem Intellekt.
In der scholastischen Tradition des Anselm von Canterbury folgert Thomas daraus,
dass nur eine außergeistige Kraft, die Gnadengabe Gottes, fähig ist,
der Unvollkommenheit des Menschen abzuhelfen.

Ganz anders hingegen Eckhart: Nach seiner Auffassung bildet sich Gott im Intellekt vollständig ab, weil Gott in einem permanenten Schöpfungsakt (s.o.) ohne Unterlass seinen Sohn im Menschen gebiert.
Die zentrale Frage Anselms von Canterbury: “Cur Deus homo?”
(Warum wurde Gott Mensch?) beantwortet Eckhart so:

"Darum, dass ich als derselbe Gott geboren werde”

Der Begriff der Gottheit hat in Eckharts Predigten eine wichtige Rolle.
Für ihn ist Gottheit ein "Abgrund des Nichts" und unterscheidet sich so von dem wesen- und seinshaften Gott, der Natur und der Seele.

 


Hegel:

“Ältere Theologen haben diese Tiefe auf das innigste gefaßt, während bei den jetzigen Protestanten, die nur Kritik und Geschichte haben, Philosophie und Wissenschaft ganz auf die Seite gesetzt worden sind. Meister Eckhart, ein Dominikanermönch, sagt unter anderem in einer seiner Predigten über dies Innerste:

"Das Auge, mit dem mich Gott sieht, ist das Auge, mit dem ich ihn sehe; mein Auge und sein Auge ist eins.

In der Gerechtigkeit werde ich in Gott gewogen und er in mir.
Wenn Gott nicht wäre, wäre ich nicht; wenn ich nicht wäre,
so wäre er nicht.


Dies ist jedoch nicht not zu wissen, denn es sind Dinge, die leicht mißverstanden werden und die nur im Begriff erfaßt werden können."

vgl. die deutschen Predigten "Qui audit me", "Justus in perpetuum vivet", "Beati pauperes spiritu"

(Hegel: Der Glaube, Vorlesungen über die Philosophie der Religion.)

Dies ist jedoch nicht not zu wissen, denn es sind Dinge, die leicht mißverstanden werden und die nur im Begriff erfaßt werden können."

Nationalsozialismus

Alfred Rosenberg bewunderte Eckhart, der ihm als "die größte Seelenkraft, der schönste Traum des deutschen Volkes" galt: 
"In seiner Persönlichkeit liegen alle unsere späteren Großen gebettet."  Er sah Eckharts Weltanschauung als Bruch mit der katholischen Kirche und als Grundlage der "Religion des Blutes".
Für ihn und seine Anhänger war Eckhart ein "Rassen- und Edelmensch",
ein "Mann des Schwertes".

 

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