|
Die Erscheinung.
Die Existenz ist die Unmittelbarkeit des Seyns, zu der sich das Wesen wieder hergestellt hat. Diese Unmittelbarkeit ist an sich die Reflexion des Wesens in sich. Das Wesen ist als Existenz aus seinem Grunde heraufgetreten, der selbst in sie ĂŒbergegangen ist. Die Existenz ist diese reflektirte Unmittelbarkeit, insofern sie an ihr selbst die absolute NegativitĂ€t ist. Sie ist nunmehr auch als dieĂ gesetzt, indem sie sich als Erscheinung bestimmt hat.
Die Erscheinung ist daher zunÀchst das Wesen in seiner Existenz; das Wesen ist unmittelbar an ihr vorhanden. Daà sie nicht als unmittelbare, sondern die reflektirte Existenz ist, dieà macht das Moment des Wesens an ihr aus; oder die Existenz als wesentliche Existenz ist Erscheinung.
Es ist etwas nur Erscheinung, - in dem Sinne, daĂ die Existenz als solche nur ein Gesetztes, nicht an- und fĂŒr-sich-Seyendes ist. DieĂ macht ihre Wesentlichkeit aus, an ihr selbst die NegativitĂ€t der Reflexion, die Natur des Wesens, zu haben. Es ist dieĂ nicht eine fremde, Ă€uĂerliche Reflexion, welcher das Wesen zugehörte, und die durch Vergleichung desselben mit der Existenz diese fĂŒr Erscheinung erklĂ€rte. Sondern, wie sich ergeben hat, ist diese Wesentlichkeit der Existenz, Erscheinung zu seyn, die eigne Wahrheit der Existenz. Die Reflexion, wodurch sie dieĂ ist, gehört ihr selbst an.
Wenn aber gesagt wird, Etwas sey nur Erscheinung in dem Sinne, als ob dagegen die unmittelbare Existenz die Wahrheit wĂ€re; so ist vielmehr die Erscheinung die höhere Wahrheit; denn sie ist die Existenz wie sie als wesentliche, da hingegen die Existenz die noch wesenlose Erscheinung ist; weil sie nur das eine Moment der Erscheinung, nĂ€mlich die Existenz als unmittelbare, noch nicht ihre negative Reflexion, an ihr hat. Wenn die Erscheinung wesenlos genannt wird, so wird an das Moment ihrer NegativitĂ€t so gedacht, als ob das Unmittelbare dagegen das Positive und Wahrhafte wĂ€re; aber vielmehr enthĂ€lt dieĂ Unmittelbare die wesentliche Wahrheit noch nicht an ihm. Die Existenz hört vielmehr auf, wesenlos zu seyn, darin, daĂ sie in Erscheinung ĂŒbergeht.
Das Wesen scheint zunĂ€chst in ihm selbst, in seiner einfachen IdentitĂ€t; so ist es die abstrakte Reflexion, die reine Bewegung von Nichts durch Nichts zu sich selbst zurĂŒck. Das Wesen erscheint, so ist es nunmehr realer Schein, indem die Momente des Scheins Existenz haben. Die Erscheinung ist, wie sich ergeben hat, das Ding als die negative Vermittelung seiner mit sich selbst; die Unterschiede, welche es enthĂ€lt, sind selbststĂ€ndige Materien, die der Widerspruch sind, ein unmittelbares Bestehen zu seyn, und zugleich nur in fremder SelbststĂ€ndigkeit also in der Negation der eigenen ihr Bestehen zu haben, und wieder eben darum auch nur in der Negation jener fremden oder in der Negation ihrer eigenen Negation. Der Schein ist dieselbe Vermittelung, aber seine haltlosen Momente haben in der Erscheinung die Gestalt unmittelbarer SelbststĂ€ndigkeit. Dagegen ist die unmittelbare SelbststĂ€ndigkeit, die der Existenz zukommt, ihrer Seits zum Momente herabgesetzt. Die Erscheinung ist daher Einheit des Scheins und der Existenz.
Die Erscheinung bestimmt sich nun nÀher. Sie ist die wesentliche Existenz; die Wesentlichkeit derselben unterscheidet sich von ihr als unwesentlicher und diese beiden Seiten treten in Beziehung mit einander. - Sie ist daher zuerst einfache IdentitÀt mit sich, die zugleich verschiedene Inhaltsbestimmungen enthÀlt, welche sowohl selbst als deren Beziehung das im Wechsel der Erscheinung sich gleich bleibende ist; das Gesetz der Erscheinung.
Zweitens aber geht das in seiner Verschiedenheit einfache Gesetz in den Gegensatz ĂŒber; das Wesentliche der Erscheinung wird ihr selbst entgegengesetzt und der erscheinenden Welt tritt die an sich seyende Welt gegenĂŒber.
Drittens geht dieser Gegensatz in seinen Grund zurĂŒck; das Ansichseyende ist in der Erscheinung und umgekehrt ist das Erscheinende bestimmt als in sein Ansichseyn aufgenommen; die Erscheinung wird VerhĂ€ltniĂ.
A. Das Gesetz der Erscheinung.
|